Buchvorstellungen

Combat Survival – Überleben in Krieg und Krise

Ein Handbuch für Zivilisten, die von verlässlicher Hilfe abgeschnitten sind und ihren Weg aus einer feindlichen Umgebung finden müssen.

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Das Hotel steht noch. Der Pass liegt in der Tasche. Doch die Straße zum Flughafen ist gesperrt, der organisierte Transport bleibt aus und niemand kann verlässlich sagen, wer die nächste Kontrolle führt. Isolation kann mitten unter Menschen beginnen: in dem Moment, in dem vertraute Verbindungen keinen Schutz mehr bieten.

Von solchen Situationen handelt „Combat Survival – Überleben in Krieg und Krise“. Ronny Schmidt richtet das Handbuch auf einen einzelnen, unbewaffneten Zivilisten aus, der ohne gesicherte Unterstützung zurechtkommen muss. In 23 Kapiteln verfolgt er den Weg vom ersten Kontrollverlust über Versorgung und Ausweichen bis zur Aufnahme in einen tatsächlich geschützten Bereich.

Wenn vertraute Survival-Regeln ihre Voraussetzung verlieren

Der gedankliche Ausgangspunkt verändert den Blick auf bekannte Fertigkeiten. Wer sich nach einem Unfall bemerkbar macht, möchte von Helfern gefunden werden. Unter feindlichen Bedingungen können dieselben Signale Menschen anziehen, denen man gerade nicht begegnen will. Feuer bedeutet dann zugleich Wärme und Sichtbarkeit. Eine gut begehbare Straße bietet Orientierung und möglicherweise unerwünschten Kontakt. Selbst ein geeigneter Ruheplatz muss danach beurteilt werden, wie er wieder verlassen werden kann.

Schmidt greift Grundgedanken aus Combat Survival und SERE auf und überträgt sie auf die Möglichkeiten von Zivilisten. SERE steht für Survival, Evasion, Resistance und Escape. Im Buch geht es um den Erhalt des eigenen Lebens, um Ausweichen und das Überstehen von Zwangslagen. Der Maßstab jeder Handlung ist der Weg zurück zu verlässlichem Schutz.

Dementsprechend viel Raum erhält die Lagebeurteilung. Was wurde wirklich beobachtet, was nur erzählt? Passt ein möglicher Weg zur verbliebenen Kraft? Ist Bewegung sinnvoll, ein vorübergehender Rückzug oder die Kontaktaufnahme mit einer erkennbar verlässlichen Stelle? Auch der Umgang mit Gerüchten, Dokumenten und dem Verlust mitgeführter Gegenstände gehört dazu.

Was den Körper und das Urteil beweglich hält

Tarnung, vorläufige Verstecke und das Erkennen möglicher Verfolgung stehen in engem Zusammenhang mit körperlichen Grenzen. Langsame Bewegung kostet Zeit. Nasse Kleidung entzieht Wärme. Schlafmangel verändert die Wahrnehmung. Schmidt behandelt diese Faktoren als zusammenhängende Belastung, die bei jeder weiteren Entscheidung berücksichtigt werden muss.

Die Versorgungskapitel widmen sich Wasser, Kälte- und Nässeschutz, Nahrung und medizinischer Selbstversorgung. Dabei zählt der gesamte Aufwand: Eine mögliche Nahrungsquelle muss auch mit vertretbarem Energieeinsatz erreichbar und unter den vorhandenen Bedingungen nutzbar sein. Ein kleiner Schaden am Fuß kann für die weitere Strecke bedeutsamer werden als ein fehlender Ausrüstungsgegenstand. Das Buch schärft den Blick für solche unspektakulären Abhängigkeiten.

Anschauliche Darstellungen, Vergleichstabellen und wiederkehrende Merksätze unterstützen die Orientierung. Der Text setzt an den tatsächlich vorhandenen Mitteln an: Kleidung, Schuhen, Tascheninhalt und verbliebenen Kenntnissen. Für Leser, die sich mit persönlicher Sicherheit beschäftigen, ist daran besonders interessant, wie stark die Handlungsoptionen vom eigenen Zustand und der konkreten Umgebung abhängen.

Die Rückkehr gehört zum Überleben

Eine weitere Besonderheit sind die Kapitel über Gefangenschaft, Befragung und psychischen Druck. Sie beschäftigen sich auch mit dem Erhalt von Identität und Tagesstruktur, wenn andere über den eigenen Aufenthaltsort bestimmen. Später folgt die Annäherung an gesicherte Zonen: Der erste Kontakt mit möglichen Helfern, die Weitergabe brauchbarer Informationen und die medizinische Versorgung werden als eigene Aufgaben behandelt.

Mit seinem Hintergrund als ehemaliger Fallschirmjäger und seiner Arbeit als Survival- und Selbstschutztrainer richtet sich Schmidt an Leser, die Krisenvorbereitung vertiefen möchten – etwa im Zusammenhang mit Auslandsaufenthalten oder beruflichen Einsätzen. „Combat Survival“ verlangt Aufmerksamkeit für unbequeme Abwägungen und vermittelt einen Zusammenhang, der einzelne Techniken erst einordnen lässt: Was hilft unter diesen Bedingungen tatsächlich, den nächsten erreichbaren Schritt zu schaffen?

Buchdaten

  • Autor: Ronny Schmidt
  • Titel: Combat Survival – Überleben in Krieg und Krise
  • Untertitel: Wenn niemand kommt, um dich zu retten – militärische Überlebenstechniken für Zivilisten
  • Sprache: Deutsch
  • Taschenbuch: 281 Seiten
  • Erscheinungstermin: 10. September 2026
  • ISBN-13: 979-8173146922

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Über den Autor: Ronny Schmidt